Donnerstag, 30. Oktober 2014

Neues vom Hetzer.



Die bevorzugt eindimensional denkende Trainerschaft ärgert sich derzeit über meinen letzten Satz im WDR-Beitrag. „Dödel“ hetze mit seiner Ihr-könnt-uns-alle-mal-Methode die Leute auf, ihre Hunde nicht mehr zu erziehen, heißt es.


Ich verstehe die Empörung nicht. Ich sage doch nur, dass jeder Hund halt ist wie er ist. ANNEHMEN heißt nicht automatisch AUFGEBEN.


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„Er ist ein echtes Lerngeschenk.“ (Nadin Matthews)


Und überhaupt! Hetzen ist wirklich zuviel gesagt. Ich hetze nicht, ich lache mich tot. Dabei trenne ich nicht zwischen Grünschleifengundula und Hardcorekrause. Ich trenne zwischen vernünftig und albern, zwischen nachvollziehbar und hirnverbrannt, zwischen selbsterlebt und nachgeplappert. In meinen Lesungen kriegen beide Parteien ihr Fett weg, der sanfte Mülltonnenumarmer genauso wie der haustürmattenscharrende Pseudo-Alpha, der Lalalaller wie der Krakeeler.




Und alle anderen dazwischen auch. Sie müssen nur exorbitanten Stuss von sich geben („Mein Hund knurrt mich an, wenn ich zu ihm ins Bett will.“ – „Er macht sich nur Sorgen, dass du ihm weh tun könntest.“) oder mir per E-Mail mitteilen, dass mein kleiner Schwarzweißer an Verlustangst leidet, wenn er seine Kotze bewacht.

Vor allen anderen Krauses, die sich dem Internet verweigern, weil sie einen Hund erst einmal intensiv kennenlernen wollen, bevor sie ihre Tipps raushauen, eine tiefe Verneigung – egal welche Richtung sie vertreten. Ebenso vor denen, die Hund und Halter weder Schablonen noch Systeme überstülpen, sich nach allen Seiten ihre Offenheit bewahren und ihren eigenen Horizont immer wieder vorurteilsfrei aufs Neue erweitern. 

Ich wünsche euch allen Erfolg der Welt, wunderbar schräge Lerngeschenke und – falls ihr den 11er nicht sowieso schon in der Tasche habt – einen herzensguten Amtsveterinär, der eure Kompetenz schon beim ersten Handschlag erkennt.






Mittwoch, 22. Oktober 2014

Dem Dude sein Fernsehteam.




Wir hatten ja unlängst angedeutet, dass wir – also Luna, Wiki und ich – in einem schwachen Moment dem WDR Tür und Tor geöffnet haben. Das war Ende Juli. Mittlerweile sind Wikis Beiträge sendereif. Wir anderen spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Für den Beitrag, der am 19. Oktober ausgestrahlt wurde, hat er extra ein Loch in meine schöne Böschung gegraben und mich angepestet, als ich das doof fand. Aber Mirko Tomasini meint in dem Beitrag sinngemäß, das sei alles nicht so wild, der Hund deeskaliere ja nur. Im Split-Screen kann man sehen, dass der Wolfschef auf der Kasselburg genauso aussieht, wenn er einen Hals hat. Es ist schön und artgerecht und wunderbar, dass Wiki seinen inneren Wolf noch besitzt, BERUHIGT MICH ALS HARMLOSEN FAMILIENHUNDEHALTER ABER NICHT DIE BOHNE! Der Beitrag heißt „Mythos Alphatier“.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Intermediäre Brücke (Subsonic Trance Stephen King Exorcist Mix).




Wenn er sich mit der Schlepp im Wald verheddert hat, ist er immer sehr empört. Als hätte der Wald das extra gemacht! Willkommene Gelegenheiten, um den mürben Scheffstatus mal wieder zu zementieren. Während ich die Knoten löse, singe ich: „Ich hahab Dauuumen und duhuhu nihicht!"

Ich kann mir nicht helfen. Irgendwie klingt meine intermediäre Brücke als käme gleich ein kleiner blutbesudelter Clown mit einer Machete um die Ecke.



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Samstag, 20. September 2014

Von blauen Haltern, seltsamen Ämtern und dem Paragraphen 11.




»Erinnert ihr euch noch an letztes Jahr?«, fragt Peter. »Die Brunellomethode? Orale Rotweingaben für Hundeführer?« – »Klar«, sagt Juppi. »Je besoffener das Herrchen, desto entspannter der Hund.« – »Blauer Halter statt blauem Hund«, sagt Walter. »Lasst uns das ausbauen«, sagt Peter. »Wir machen uns mit einer Hundeschule selbstständig.«

»Therapiekonzept Blauer Halter.« 
»Hervorragende Idee.«
»Auf uns Therapeuten!«
»Auf uns Therapeuten!!«
»Was nehmen wir pro Stunde?«
»Minimum zwohundert plus Steuer.« 
»Was therapieren wir eigentlich?«
»Ist das wichtig?«

Montag, 15. September 2014

Tortellini Acht.





Eine satte Sommersonne lag über dem Chianti und tauchte die toskanischen Hügel in flimmernde Hitze. Eine Schmeißfliege brummte die holperige Landstraße entlang, die von Fioraie nach Castellina führte. Als die Fliege den würzigen Zypressenduft wahrnahm, bog sie zuversichtlich nach links ab.

Die Zypressenallee beschattete einen staubigen Feldweg, der nach wenigen hundert Metern auf dem Hof eines bescheidenen Landguts endete. Links das verwinkelte Haupthaus, rechts die große Scheune, geradeaus die alten umgebauten Stallungen, in denen es schwach nach dem Öl gepresster Oliven roch. Dahinter zogen sich Olivenbäume den Hügel hinunter bis zum Bauernhof des Nachbarn. 

Mittwoch, 27. August 2014

Hell's Granny.



„Was macht Luna da?“, fragt meine Frau und schaut zu, wie unsere Hündin in einer Staubwolke am Horizont verschwindet. „Sie verschwindet in einer Staubwolke am Horizont“, sage ich. „Das sehe ich auch“, sagt Stella. „Aber warum macht sie das?“ – „Wahrscheinlich ist Wolfi irgendwo da hinten.“ 

Bauer Fürmanns Hofhund Wolfi und Luna kennen sich seit ungefähr zehn Jahren und wollen sich seit ungefähr zehn Jahren umbringen, wenn sie sich begegnen. „Das war eine rhetorische Frage“, seufzt meine Frau. „Mir ist auch klar, dass da hinten irgendwo Wolfi ist. Aber warum macht sie das? Luna ist bald zehn. Weißt du, wie alt sie als Mensch wäre? Unter Berücksichtigung ihrer vierzig Kilo Kampfgewicht ungefähr achtzig!!! Wie kann man mit achtzig in einer Staubwolke am Horizont verschwinden, nur weil man sich auf eine Schlägerei freut? Das ist die brutalste Oma, die ich kenne.“

Dienstag, 12. August 2014

„Ich kekse doch meine Hunde nicht tot!“



Wenn die ausgelassene, nichthundehaltende Grillrunde nach dem Essen die oben abgebildete Spülszene mitbekommt, werden mindestens zwei leichenblass und kriegen umgehend Herpes, drei weitere gehen brechen und alle anderen verlassen ganz schnell den Garten, weil ihnen eingefallen ist, dass noch dringende Arzttermine anstehen.

Knipst man diesen Augenblick und postet ihn auf Facebook, erntet man siebenhundertvierzehn begeisterte Gefälltmirs und annähernd ebensoviele Aufnahmen von Hunden, die ähnlich effizient den Grill reinigen. Wenn es eines Beweises bedürfte, dass wir Hundehalter wahnsinnig sind, dann wäre er das.


Dienstag, 1. Juli 2014

Die Rekonvaleszenz der nackten Kanone.





Das Beste gleich zu Anfang: Luna, the dog formerly known as Krawallmaus and meanwhile called das Rippchen, geht es den Umständen entsprechend sehr, sehr gut. Die Regenbogenpresse munkelt, auch Cher habe vermutlich eine Rippe geopfert, um eine schlankere Taille zu erzielen.

Auf unserer Facebookseite gibt es regelmäßige Opdates zu Lunas Genesung und Nachtschwester Wikis Kapriolen. Weil nicht alle dort mitlesen, stelle ich die Nachrichten parallel hier ein.


Mittwoch, 25. Juni 2014

Alle weg!



Dreihundertfünfundsechzig Rottmeierkarten, neunundsechzig feuerwehrrote Herrchenjahre, drei löschwasserblaue Herrchenglücks und ein grasgrünes Toskanamänner-Einsatzteam sind bestellt, bezahlt und in der Post.

Für Christel, Claudia, Anette, Karin, Birgit, Birgit, Birgit, Jacky, Sabine, Andrea, Barbara, Rita, Axel, Susanne, Frank, Nana, Klaudia, Sabrina, Elke, Birgit, Boris, Katrin, Franziska, Franziska, Wolfgang, Ina, Nicola, Claudia, Bernadette, Tina, Heike, Birgit, Ute, Petra, Petra, Sylvia, Iris, Barbara, Angi, Claudia, Claudia, Nicole, Nicole, Marie-Luise, Stephanie, Silvia, Nina, Gerlinde, Elfriede, Stella, Stella, Jessica, Jasmin, Christiane, Lisa, Kristina, Katrin, Mario, Mario, Mario, Marion, Petra, Andrea, Christa, Ursula, Antje, Antje, Andrea, Georgine, Franziska, Vera, Vera und Micha. 2.357 €! Habt ganz herzlichen Dank fürs Mitmachen. 

Und ein ganz dickes Dankeschön an den Heyne Verlag für die großzügige Bücherspende. Die TiNOs können jeden Euro wirklich gebrauchen.


Der versprochene Beleg. Die Überweisung an TiNO ist heute raus.







Dienstag, 10. Juni 2014

70 pfotensignierte Herrchenjahre für TiNO! Aus gegebenem Anlass in spendenfreundlichem feuerwehrrot!




TiNO ist dieses berühmte Tierheim, wo alle ein riesengroßes Herz für Raufer haben, Luna mit 30 Hunden und 100 Menschen mahatmagandhimäßig eine Lesung absolvierte und Wiki fünf Schlägereien am kalten Buffet bestritt, ohne dass sich irgendeiner aufregte außer ihm. Kurz: mein Lieblingstierheim.

Dort hat es im Mai gebrannt. Der Beitrag von —>RTL Hessen  macht das ganze Ausmaß deutlich. Menschen kamen Gott sei Dank nicht zu Schaden. Tiere auch nicht, bis auf ein Kätzchen, das später leider an einer Rauchvergiftung gestorben ist. Der materielle Schaden allerdings ist sechsstellig und damit immens für so einen kleinen Verein. TiNO hat keine Katzenquarantänestation mehr, keine Tierarztpraxis, und der Seminarraum ist auch hin.