Mittwoch, 27. August 2014

Hell's Granny.



„Was macht Luna da?“, fragt meine Frau und schaut zu, wie unsere Hündin in einer Staubwolke am Horizont verschwindet. „Sie verschwindet in einer Staubwolke am Horizont“, sage ich. „Das sehe ich auch“, sagt Stella. „Aber warum macht sie das?“ – „Wahrscheinlich ist Wolfi irgendwo da hinten.“ 

Bauer Fürmanns Hofhund Wolfi und Luna kennen sich seit ungefähr zehn Jahren und wollen sich seit ungefähr zehn Jahren umbringen, wenn sie sich begegnen. „Das war eine rhetorische Frage“, seufzt meine Frau. „Mir ist auch klar, dass da hinten irgendwo Wolfi ist. Aber warum macht sie das? Luna ist bald zehn. Weißt du, wie alt sie als Mensch wäre? Unter Berücksichtigung ihrer vierzig Kilo Kampfgewicht ungefähr achtzig!!! Wie kann man mit achtzig in einer Staubwolke am Horizont verschwinden, nur weil man sich auf eine Schlägerei freut? Das ist die brutalste Oma, die ich kenne.“

Mehr über die brutalste Oma des Düsseltals in der neuesten Ausgabe der hundeschauDas ist jetzt mal ein Verweis auf ein klassisches Printprodukt. 

Für die Jüngeren unter uns: Print ist das, wo man blättert, nicht klickt. Die hundeschau ist eine Herzensprojekt von Marco Glas, das er so gut wie im Alleingang stemmt. Genau genommen ist er zu zweit. Er und sein Geldbeutel. Herzensprojekte finde ich klasse. Bitte kaufen!

Oder gleich abonnieren: hundeschau.com

Das freundliche Fräulein Rottmeier ist natürlich auch wieder dabei. Sie berät in dieser Ausgabe Hunde, deren Halter unter Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leiden. Eine dramatisch unterschätzte Krankheit, die dazu führt, dass bettelnde Hunde am Tisch nichts abkriegen.


Dienstag, 12. August 2014

„Ich kekse doch meine Hunde nicht tot!“



Wenn die ausgelassene, nichthundehaltende Grillrunde nach dem Essen die oben abgebildete Spülszene mitbekommt, werden mindestens zwei leichenblass und kriegen umgehend Herpes, drei weitere gehen brechen und alle anderen verlassen ganz schnell den Garten, weil ihnen eingefallen ist, dass noch dringende Arzttermine anstehen.

Knipst man diesen Augenblick und postet ihn auf Facebook, erntet man siebenhundertvierzehn begeisterte Gefälltmirs und annähernd ebensoviele Aufnahmen von Hunden, die ähnlich effizient den Grill reinigen. Wenn es eines Beweises bedürfte, dass wir Hundehalter wahnsinnig sind, dann wäre er das.


Dienstag, 1. Juli 2014

Die Rekonvaleszenz der nackten Kanone.





Das Beste gleich zu Anfang: Luna, the dog formerly known as Krawallmaus and meanwhile called das Rippchen, geht es den Umständen entsprechend sehr, sehr gut. Die Regenbogenpresse munkelt, auch Cher habe vermutlich eine Rippe geopfert, um eine schlankere Taille zu erzielen.

Auf unserer Facebookseite gibt es regelmäßige Opdates zu Lunas Genesung und Nachtschwester Wikis Kapriolen. Weil nicht alle dort mitlesen, stelle ich die Nachrichten parallel hier ein.


Mittwoch, 25. Juni 2014

Alle weg!



Dreihundertfünfundsechzig Rottmeierkarten, neunundsechzig feuerwehrrote Herrchenjahre, drei löschwasserblaue Herrchenglücks und ein grasgrünes Toskanamänner-Einsatzteam sind bestellt, bezahlt und in der Post.

Für Christel, Claudia, Anette, Karin, Birgit, Birgit, Birgit, Jacky, Sabine, Andrea, Barbara, Rita, Axel, Susanne, Frank, Nana, Klaudia, Sabrina, Elke, Birgit, Boris, Katrin, Franziska, Franziska, Wolfgang, Ina, Nicola, Claudia, Bernadette, Tina, Heike, Birgit, Ute, Petra, Petra, Sylvia, Iris, Barbara, Angi, Claudia, Claudia, Nicole, Nicole, Marie-Luise, Stephanie, Silvia, Nina, Gerlinde, Elfriede, Stella, Stella, Jessica, Jasmin, Christiane, Lisa, Kristina, Katrin, Mario, Mario, Mario, Marion, Petra, Andrea, Christa, Ursula, Antje, Antje, Andrea, Georgine, Franziska, Vera, Vera und Micha. 2.357 €! Habt ganz herzlichen Dank fürs Mitmachen. 

Und ein ganz dickes Dankeschön an den Heyne Verlag für die großzügige Bücherspende. Die TiNOs können jeden Euro wirklich gebrauchen.


Der versprochene Beleg. Die Überweisung an TiNO ist heute raus.







Dienstag, 10. Juni 2014

70 pfotensignierte Herrchenjahre für TiNO! Aus gegebenem Anlass in spendenfreundlichem feuerwehrrot!




TiNO ist dieses berühmte Tierheim, wo alle ein riesengroßes Herz für Raufer haben, Luna mit 30 Hunden und 100 Menschen mahatmagandhimäßig eine Lesung absolvierte und Wiki fünf Schlägereien am kalten Buffet bestritt, ohne dass sich irgendeiner aufregte außer ihm. Kurz: mein Lieblingstierheim.

Dort hat es im Mai gebrannt. Der Beitrag von —>RTL Hessen  macht das ganze Ausmaß deutlich. Menschen kamen Gott sei Dank nicht zu Schaden. Tiere auch nicht, bis auf ein Kätzchen, das später leider an einer Rauchvergiftung gestorben ist. Der materielle Schaden allerdings ist sechsstellig und damit immens für so einen kleinen Verein. TiNO hat keine Katzenquarantänestation mehr, keine Tierarztpraxis, und der Seminarraum ist auch hin.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Liebe Freunde.




Da klappt man morgens ahnungslos den Laptop auf und wie aus heiterem Himmel ist ein Hund nicht mehr da, der einem seit langem schon - wenn auch vielleicht nur virtuell - ans Herz gewachsen ist. Das ist nicht schön. Man verschluckt sich am Latte, spuckt ihn in die Tastatur und zum Mitgefühl und der Trauer kommt auch noch ein immenser materieller Schaden. 

Die Krawallmaus Tagebücher möchten diesbezüglich andere Wege beschreiten und zum Nutz und Frommen aller Laptops schon mal behutsam ankündigen: Luna wird bald zehn, und das Leben ist endlich. Außerdem haben wir eine neue Mitbewohnerin: Beule. 

Samstag, 19. April 2014

Wartenbissiesichbenimmt.














Showdown im Düsseltal oberhalb von Gut Thunis. Wir befinden uns im Fadenkreuz eines Appenzeller Sennenhundes. Der steht wie eine betonierte Eins 200 Meter weiter vorn an der Kreuzung und will nicht weichen. Hinter ihm versucht Frauchen interessanter zu sein als wir. 

Es ist Brut- und Setzzeit. Meinen beiden Entchenkitzundkatztötern habe ich fünf Meter lange Leinen an die Halsbänder geknüpft. („HALS???" – „Ja, Hals! Bitte informieren Sie umgehend Peta, Tschäinsch Org und Uschis Oase!“) Die Enden sind aneinander geknotet. So hat mein Doppel-Pack insgesamt einen komfortablen Aktionsradius von zehn Metern. Wenn sie durchstarten, brauche ich nur zu rufen. Sie sind sich nie einig. Einer zögert immer und bremst den anderen aus. An ganz heiklen Stellen nehme ich das Seil auch mal in die Hand. 

Montag, 31. März 2014

Gepflegt die Umwelt belästigen mit Markertraining.





Am Sonntag lief bei Tiere suchen ein Zuhause ein 8-minütiges Feature über gewaltfreies Hundetraining inklusive 1.000-kommentariger Facebook-Diskussion davor und danach. Ich kehre gerade von einem Spaziergang mit meinem sozial gemischten, alphalosen Semisolitär-Verband (hieß früher mal Rudel, darf man aber nicht mehr sagen) ins Warme zurück und bin sehr nachdenklich. 

Ist es nicht brutale Gewalt, dem Hund einen Namen zu geben, der harte Konsonanten enthält und nicht auf einem lieblichen „I" endet? Schutz- und ahnungslose Geschöpfe mittels Klicker und einem von vier Quadranten der operanten Konditionierung zu sabbernden Reiz-Reaktions-Maschinen zu degradieren? Ist es nicht pure Gewalt an Gottes Schöpfung, wenn man statt getrockneter Cranberries ein paar vollgesogene Zecken ins Müsli wirft? Oder ist es die Gewalt Gottes, die der Eintagsfliege bereits mittags um 12:00 ihre Midlife-Crisis beschert?

Freitag, 28. März 2014

Warum nicht mal Männer ins Nest legen.






In drei Wochen ist Ostern. Als hätte der Verlag das im Herbst 2013 schon geahnt, hat er Die Toskanamänner in dezentem Osternesthellgrün gestalten lassen. Damit harmonieren sie farblich hervorragend mit den Blätterkrokanteiern eines namhaften Hasenherstellers. 

Thematisch passen sie ebenfalls gut ins Nest. Das Buch überzeugt mit einer Buchstabenvielfalt, aus der sich mühelos alle kirchlichen Feiertage zusammensetzen lassen. Zudem enthält es 42 eierhaltige Textpassagen, poetisches Wortgut wie schleierhaft, bleiern und leiern eingerechnet. 

Montag, 24. Februar 2014

Plädoyer für ungezogene Krausehunde.
















Luna und ich fühlten uns schon immer zu Krauses hingezogen, die ein ähnliches Martyrium durchgemacht haben wie wir. Es nützt uns wenig, wenn hinter unserem Problemhundtrainer ein braver, durchkonditionierter Tutnix trottelt und herabfallende Eicheln hütet. Nein! Ich möchte, dass mein Krause so gelitten hat wie ich. 

Wenn ich sage: „O Mann, gestern ist uns das Halsband gerissen!“, will ich kein neugieriges „Aha? Erzähl mal!“ hören, sondern ein empathisches „Du brauchst gar nicht weiterzureden. Ich weiß genau, wie du dich fühlst.“